Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 96 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Kapitel LI

Rechtes, nicht von dem Äquivalent einer Arbeit die Rede seyn kann. Also

nochmals aufrichtigen Dank, daß Sie mir ein unmittelbares Mißgefühl, worauf es

insolchen Fällen meistens hinauszugehen pflegt, ersparen wollen.

Ich bedinge mir also funfzig vollwichtige Ducaten, wie man sie im

Österreichischen ohne Widerrede annimmt, sogleich durch die fahrende Post

gesendet; auch in der Folge 24 Exemplare gutes Papiers, einige hübsch

gebunden, wie man es in Leipzig versteht und ausübt. Wollte man Titel und

Gedicht alsobald abdrucken und mir den Bogen zur Durchsicht schicken, so

würde es angenehm seyn.

Wäre dies nicht, so hätten Sie wohl die Güte eine Revision zu übernehmen,

damit der poetischen Sorgfalt ihr Recht wiederfahre.

Daß Ihr neuster Band glückliche Wirkung thun würde, schloß ich aus dem was

bey mir erregt worden. Nächstens übersende das neuste Heft Kunst u. Alterth.

und bitte mit einem naiven Zeugniß meiner treulichen Theilnahme geneigt

vorlieb zu nehmen.[288] Bey mir geht es immer etwas rascher zu als ich wohl

wünschen möchte, doch wird sich zunächst auch wohl nachkommen laßen.

Weimar

den 22. May

1824.

 

und so ferner

treulichst

Goethe

 

[288] Vgl. S. 358.

 

LI.

 

Wenn Sie, mein theurer, vielgeprüfter Freund, räthselhaft finden sollten daß

mit dem Gegenwärtigen einige Fasanen anlangen; so gehört folgende Auflösung

dazu.

Eine Gesellschaft von Musikfreunden, nachdem sie sich einen Abend

mannigfaltig ergötzt hatte, gedachte, beym frohen Mahl, daß man Ihnen den

größten Theil dieses Vergnügens schuldig sey, indem Sie uns mit einem so

trefflichen, sich immer wohlhaltenden Instrumente versehen;[289] man trank Ihre Gesundheit und wünschte daß Sie von den guten Jagdbissen mitgenießen