Goethes Briefe an Leipziger Freunde
Kapitel III
[221] Vgl. Werke XXVII. S. 124.
[222] Vgl. XVIII. Werke XXXIX. S. 417 ff.
[223] Jen. Allg. Litt.-Ztg. 1801, I. N 1. f.
[224] Werke XXVII. S. 75 ff. Schiller Br. an Körner IV. S. 205. Goethe Br. an Friedr. v.
Stein. S. 165 f.
III.
Mögen Ew. Wohlgeb. mir noch bis zum neuen Jahre wegen des Stückes Frist
geben so soll alsdann darüber die Schuldige Erklärung folgen. Bis jetzt hat die
Beurtheilung der dießjährigen Kunstausstellung, mir und meinen Freunden viel
Zeit weggenommen. Zum neuen Jahre soll der Aufsatz deshalb als Beylage der
Litteraturzeitung erscheinen. Auch beym Theater haben uns einige kühne, doch
glücklich vollbrachte Unternehmen, diese Zeit her, beschäftigt. Die Brüder nach
Terenz von Herrn von Einsiedel und ein reducirter Nathan,[225] beyde sind schon
mehrmals wieder verlangt worden und sie gehen bey jeder Vorstellung besser.
Von Faust kann ich nur so viel sagen: dass in den letzten Zeiten wohl manches
daran gearbeitet worden; in wie fern er sich aber seiner Vollendung, oder auch
nur seiner Beendigung nahen dürfte, wüßte ich wirklich nicht zu sagen.[226]
Leben Sie recht wohl und erhalten mir ein freundschaftliches Andenken.
Weimar am 17 Dec. 1801.
Goethe
Noch einen Wunsch muß ich äussern, dessen Erfüllung ich durch Ihre
Gefälligkeit hoffe. Ich besässe nämlich sehr gern, wenn die winklerische
Auction vorbey sein wird, einen Katalogen derselben, wozu die Preiße
geschrieben wären. Ich habe schon, bei vorhergegangenen Rostischen
Versteigerungen, dem Secretair Thiele und andern ähnliche Aufträge gegeben;
aber niemals, ich weiß nicht warum, zu meinem Zweck gelangen können.
Vielleicht können Sie mir durch Ihre Verbindungen dazu verhelfen. Ich will sehr
gern demjenigen, der die Bemühung übernimmt, was Sie für billig halten,
bezahlen.
[225] Schillers Briefw. m. Körner IV. S. 283.
[226] Vgl. Schiller Br. an Körner IV. S. 212.