Goethes Briefe an Leipziger Freunde
Kapitel L
Sache recht und billig wäre.
An einen Contrakt für die Zukunft war vor funfzig Jahren nicht zu denken und
ich erinnere mich kaum jener frühern Verhandlungen, auch möchte nach so
vieler Zeit, nach den großen Veränderungen im Buchhandel gegenwärtig dieses
als ein ganz neues Geschäft anzusehen seyn. Haben Sie die Güte die Betheiligten
anzuhören und ihre Meynung zu vernehmen.
Es ist hier darum zu thun meine Zustimmung zur neuen Auflage zu honoriren,
die denn durch das beykommende Gedicht, welches auch seinen Werth haben
mag, deutlich ausgesprochen und vor dem Gesetz und dem Publicum legitimirt
wird. Haben Sie die Güte mir deshalb Vorschläge zu thun in Bezug auf jene
Erkundigungen nach eigenem Ermeßen und behalten wie schon gesagt das
Gedicht an sich, bis zum Abschluß, wie ich denn auch alsdann wegen des Titels
einiges zu bemerken wünsche.
Die herkömmlich gebundenen gehefteten und allenfalls rohen Exemplare
haben Sie die Gefälligkeit mir auszudingen.
Laßen Sie mich gestehen daß es etwas eigen Reitzendes für mich hat, nach
meinem neulichen, für sittlich und ästhetische Mittheilungen dankbaren Briefe,
diesen ökonomisch-rücksichtlichen sogleich abzulaßen. Möge dies auch zu dem
bestandenen guten Verhältniß noch einen freundlichen Bezug hinzufügen.
Weimar d. 30 Aprl.
1824.
redlich
theilnehmend,
aufrichtig ergeben
Goethe
[287] Werke II. S. 92 ff.
L.
Ew. Wohlgeb.
nehmen den allerverbindlichsten Dank für die geneigte Vermittlung; im
Beygehenden erhalten Sie das Nöthige zu Beendigung des kleinen Geschäfts.
Ein bejahrter deutscher Autor, weiß nur zu gut, daß er weder Engländer noch Schottländer ist und daß in solchen Fällen eigentlich nur von Anerkennung eines