Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 95 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Kapitel L

Sache recht und billig wäre.

An einen Contrakt für die Zukunft war vor funfzig Jahren nicht zu denken und

ich erinnere mich kaum jener frühern Verhandlungen, auch möchte nach so

vieler Zeit, nach den großen Veränderungen im Buchhandel gegenwärtig dieses

als ein ganz neues Geschäft anzusehen seyn. Haben Sie die Güte die Betheiligten

anzuhören und ihre Meynung zu vernehmen.

Es ist hier darum zu thun meine Zustimmung zur neuen Auflage zu honoriren,

die denn durch das beykommende Gedicht, welches auch seinen Werth haben

mag, deutlich ausgesprochen und vor dem Gesetz und dem Publicum legitimirt

wird. Haben Sie die Güte mir deshalb Vorschläge zu thun in Bezug auf jene

Erkundigungen nach eigenem Ermeßen und behalten wie schon gesagt das

Gedicht an sich, bis zum Abschluß, wie ich denn auch alsdann wegen des Titels

einiges zu bemerken wünsche.

Die herkömmlich gebundenen gehefteten und allenfalls rohen Exemplare

haben Sie die Gefälligkeit mir auszudingen.

Laßen Sie mich gestehen daß es etwas eigen Reitzendes für mich hat, nach

meinem neulichen, für sittlich und ästhetische Mittheilungen dankbaren Briefe,

diesen ökonomisch-rücksichtlichen sogleich abzulaßen. Möge dies auch zu dem

bestandenen guten Verhältniß noch einen freundlichen Bezug hinzufügen.

Weimar d. 30 Aprl.

1824.

 

redlich

theilnehmend,

aufrichtig ergeben

Goethe

 

[287] Werke II. S. 92 ff.

 

L.

 

Ew. Wohlgeb.

nehmen den allerverbindlichsten Dank für die geneigte Vermittlung; im

Beygehenden erhalten Sie das Nöthige zu Beendigung des kleinen Geschäfts.

Ein bejahrter deutscher Autor, weiß nur zu gut, daß er weder Engländer noch Schottländer ist und daß in solchen Fällen eigentlich nur von Anerkennung eines