Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 28 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

1. Neujahrslied.

Mademoiselle

Friederiken Oeser

gewiedmet

von

Goethen

dieselbe Sammlung, von welcher in dem poetischen Briefe an sie (S. 142 ff.)

die Rede ist. Es enthält nur zehn Lieder, von welchen neun in der gedruckten

Sammlung sich finden;[151] das zehnte ist nicht in dieselbe aufgenommen, aber

auch dieses ist in der „Muse“ (S. 126 f.) abgedruckt, und im Inhaltsverzeichniß

Goethe als Verfasser angegeben. Wie die Lieder so zeigen auch die Melodieen in

dem handschriftlichen Heft hie und da Abweichungen, aber nur geringfügige,

von den gedruckten. In demselben Nachlaß fand sich auch eine, aber nicht von

Goethes Hand herrührende Abschrift des Hochzeitliedes vor, in welcher offenbar

die erste Gestalt desselben aufbewahrt ist.

Da man die Leipziger Lieder an dieser Stelle ungern vermissen würde, lasse

ich sie hier folgen und theile die Abweichungen jener älteren Bearbeitungen

sowie am Schlusse das noch unbekannte Gedicht mit.

 

[149] Werke XXI. S. 135.

[150] Briefe an Frau v. Stein I. S. 28.

[151] Es sind — in dieser Ordnung — 11. 7. 13. 3. 5. 4. 12. 6. 10.

 

1. Neujahrslied.

 

Wer kömmt! Wer kauft von meiner Waar!

Devisen auf das neue Jahr,

Für alle Stände.

Und fehlt auch einer hie und da;

Ein einz'ger Handschuh paßt sich ja

An zwanzig Hände.

 

Du Jugend, die du tändelnd liebst,

Ein Küßgen um ein Küßgen giebst,

Unschuldig heiter.

Jetzt lebst du noch ein wenig dumm,

Geh nur erst dieses Jahr herum,