Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 54 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Kapitel XIX

[169] Es sind die „Gesänge mit Begleitung des Claviers.“ Leipzig und Winterthur 1777.

Auf dem Titel ist als Motto folgender Vers, gewiß von Goethe:

Tief aus dem Herzen hingesungen

Nehmt diese Lieder, Herzenein,

So ist mir jeder Wunsch gelungen,

So sind auch eure Freuden mein!

[170] Klinger war von 1776 bis 1778 Theaterdichter bei der Seylerschen Gesellschaft,

welche in Gotha, Dresden und Leipzig Vorstellungen gab. In Kaysers Liedersammlung ist auch eins von Klinger.

 

XIX.

 

Ich schicke die ersten Bogen der Phisiognomick, und werde das übrige wie es

ankommt nachsenden. Wollten Sie von der Güte seyn mir einige Leyhaus,

Leybanck Ordnungen, welche Sie habhafft werden können zu schicken, und mir

einmal ein Conto zu machen wie ich bey Ihnen angeschrieben stehe. W. d. 25

Nov 77.

 

XX.

 

Wenn der iunge Herr Tobler aus Zürich, ein Sohn des bekannten Chorherrn,

[171] schon, ehe dieser Brief ankommt bei Ihnen gewesen ist, so werden Sie ihn,

auch ohne meine Empfehlung wohl aufgenommen haben, weil er sich selbst auf

das vortheilhafteste vorstellt. Eben dieses werden Sie finden, wenn er sich nach

diesem Briefe bei Ihnen zeigen sollte. Ich bitte Sie nach Ihrer Gewohnheit ihm

auch um meinetwillen gefällig zu sein, und ihm, wenn er zu einigen seiner

wohlgeratenen Übersezungen aus dem Griechischen einen Verleger suchen sollte

mit That, oder, wie es die Umstände erfordern, auch nur mit gutem Rath

behülflich zu sein.

Der Herr Professor Garve ist so eben bei uns und erinnert sich seiner

Leipziger Freunde mit vielem Antheil.[172]

Ich empfehle mich Ihrem gütigen Andenken. Weimar den 30 Mai 1781.

 

Goethe

 

[171] Briefe an Frau v. Stein II. S. 69.