Goethes Briefe an Leipziger Freunde
Kapitel XVI
Herr Lenz lies mir gegenwärtiges bey seiner Abreise zurück, und glaubte ich
würde die innen benandte Manusscripte beylegen können, ich finde sie aber
nicht unter meinen Papieren. Seyn Sie also nur so gütig mit dem Drucke des
Stücks[167] bis auf weitere Nachricht von ihm nicht vorzuschreiten.
Goethe.[168]
[167] Von Lenz erschienen die „Soldaten“ 1776 und „der Engländer“ 1777 in der
Weidmannschen Buchhandlung.
[168] Vom 29. Nov. 76.
XVII.
Hier die Fortsezzung iezt ist nichts weiter in meinen Händen. Die Dedication
bleibt an den Landgrafen von Hessen Homburg. Wegen Lenzen bitt ich Sie zu
verfahren als wenn ich gar nicht existirte, wie ich auch an der ganzen Sache
keinen Antheil habe, auch keinen dran nehme. d. 13 Jan 77 G.
XVIII.
Dancke recht sehr für den Meßkatalog, und bitte mir eine Chur Sächsische
Accis Ordnung zu überschicken, auch wo möglich eine Preusische. Dann hab ich
schon seit geraumer Zeit ein Paar Duzzend Lieder mit Melodien, von Kaysern in
Zürch daliegen, ich weis dass es nicht die angenehmste Waare ist, drum hab ich
bisher nichts davon gesagt. Er erinnert mich aber wieder dran, und so wollt ich
fragen ob Sie sie brauchen oder mir sonst einen Verleger finden könnten. Sie
sind wo ich sie gezeigt habe immer mit viel Vergnügen gespielt und gesungen
worden.[169] [170] Wenn Klinger in Leipzig ist, und Sie hätten die Güte ihm ein
Wort davon zu sagen, könnte der sich auch wohl nach iemanden umthun der sie
übernähme. W. d. 28 Apr. 77.
Goethe