Goethes Briefe an Leipziger Freunde
Kapitel XXXVIII
herrlichen Brief, dessen ich mich als des schönsten Zeugnisses zu rühmen habe.
Nächstens erhalten Sie ein Exemplar meines Divans, dem ich gleichfalls eine
günstige Aufnahme versprechen darf.
Wahrscheinlich kommen meine Kinder auf einer kleinen Reise[270] durch
Leipzig, die ich in Ihr Connewitz[271] zu führen bitte, damit sie mir, nach dem
Augenschein, die Wiederherstellung Ihres so lieben und auf eine zeitlang
verleideten Lustsitzes bescheinigen.
Weimar d. 18. Aprl.
1819.
und so fort und ewiglich
verbunden
Goethe
[270] Briefw. m. Zelter III. S. 10 ff.
[271] Vgl. S. 336.
XXXVIII.
Ew. Wohlgeb.
erhalten hiebey eine geringe Ausbeute, der ersten beiden Buchstaben meiner
Handschrift Sammlung, damit ich vorläufig meinen guten Willen beweise. Diese
vier Briefe haben wenigstens das Interesse, daß man in gewiße Zeiten, Zustände
und Charaktere hineinsieht, von denen wir kaum mehr einen Begriff haben.
Bodmers Hand zu entziffern möchte wohl die größte Schwierigkeit seyn, doch
ist es interessant genug zu sehen welche Bücher man damals zu lesen anrieth.
Finden sie diese Blätter einer Abschrift zu künftigem Gebrauche werth, so
erbitte sie mir sodann zurück. Ich gehe die Sammlung nach und nach durch und
sende mehr vielleicht auch Bedeutenderes.
Weimar
den 27. May.
1819.
Mit aufrichtigen Wünschen
danckbar anhänglich