Goethes Briefe an Leipziger Freunde
*Xxv.[252]
Mögen Sie, theuerster Mann, Morgen, mit den werthen Ihrigen, an meinem
Familientische Theil nehmen; so sind Sie herzlich willkommen.
Wollten Sie Sich um zwölf einfinden; so hätten wir noch Zeit einige
Kunstwerke zu betrachten. Ich sende den Wagen. Mich bestens empfehlend
W. Dienstag
d. 7ten Dec. 1813.
Goethe
[252] Rochlitz war in Weimar. Werke XXVII. S. 299.
*XXVI.
Wenn ich bey Ihrem Besuche, mein werthester, etwas zu erinnern habe, so ist
es daß er nicht lange genug dauerte. Auch das Zusammenseyn hat seine
Jahreszeiten, deren eine sich aus den andern entwickelt.
Lassen Sie diese schönen kurzen Tage auch in der Entfernung Frucht tragen.
Mögen Sie aus dem Duzzend Entwürfen Sich viere herauslesen; [253] so soll
mirs angenehm seyn sie in Ihren Händen zu wissen. Mir geben diese Blätter eine
bestimmte Erinnerung eines vergangenen Augenblicks und ihre Mängel dürfen
mir daher so werth seyn, als wenn es Vorzüge wären. Mag ein Freund dies mit
empfinden, so muß es mich freuen.
Erhalte Sie Ihr guter Geist über der Woge des Augenblicks gedencken Sie
meiner in Liebe und bleiben überzeugt daß ich Ihre schöne Persönlichkeit rein zu
schätzen weiß. Die Meinigen wünschen Ihnen und den Ihrigen bestens
empfohlen zu seyn.
W. d. 28 Dez
1813
Goethe