Goethes Briefe an Leipziger Freunde
Kapitel XLIX
den 2. Aprl.
1824.
fort und fort
J W Goethe
[283] Für Freunde der Tonkunst von Fr. Rochlitz. Leipzig 1824.
[284] Eckermann Gespr. I. S. 148. Briefwechsel m. Zelter III. S. 404. 417. 421. 430.
[285] Briefw. m. Zelter III. S. 329 f. Sie war im October 1823 in Weimar. Eckermann
Gespr. I. S. 72 f. 77 f.
[286] Kunst u. Alterth. V. 1. S. 154 ff. Werke XXXII. S. 334 ff.
XLIX.
Ew. Wohlgeb.
gefällige Mitwirkung in einer kleinen, obschon für mich nicht unbedeutenden
Angelegenheit mir zu erbitten, sehe ich mich in diesen Tagen veranlaßt.
Die Weygandische Buchhandlung, welche zuerst meinen Werther verlegt und
einige weitere Ausgaben, ich erinnere mich nicht wieviel, davon veranstaltet hat,
machte mich vor einiger Zeit mit der Absicht bekannt eine nochmalige zu
versuchen, wünschte meine Anerkennung und eine Vorrede, wie sies nannten.
Gegen den neuen Abdruck war nichts einzuwenden, ob ich irgend einige
einleitende Worte finden könnte mußte ich einer günstigen Stimmung
überlassen.
Jetzt melden sie mir daß der Abdruck im Gange sey und nun von mir die
öffentliche Anerkennung durch irgend ein Vorwort nöthig werde, wie sie denn
das Honorar meinem billigen Ermessen anheim stellen.
Nun ist hier freylich kein großer Gewinn zu hoffen, doch möchte wohl
jedermann von Zeit zu Zeit sich oder den Seinigen einen billigen Wunsch
versagen zu dessen Befriedigung er sich ein zufälliges Mittel wünscht. Sie sehen
leicht daß es in diesem Falle unerfreulich wäre direct zu handeln und vielleicht
gar zu markten, darum ich dieselben ersuche die Vermittlung über sich zu
nehmen, wozu folgendes möge die Einleitung seyn.
Ich lege funfzig Reimzeilen bey, denen ich Ihren Beyfall wünsche;[287] sie
könnten den guten Leuten vorgewiesen werden, ohne jedoch solche bis zu
abgeschlossenener Sache aus Handen zu geben. Ew. Wohlgeb. sind selbst Autor und haben mit den Verlegern genugsamen Verkehr um zu wissen was in dieser