Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 33 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

8. Hochzeitlied.

Und fragt nicht erst lange

Papa und Mama.

 

7, 1. Ach fände für mich

9 f. Da schickt man zum Schneider

Gleich bringt der die Kleider.

 

8. Hochzeitlied.

 

An meinen Freund.

 

Im Schlafgemach, entfernt vom Feste,

Sitzt Amor dir getreu und bebt,

Daß nicht die List muthwillger Gäste

Des Brautbetts Frieden untergräbt.

Es blinkt mit mystisch heil'gem Schimmer

Vor ihm der Flammen blaßes Gold,

Ein Weihrauchwirbel füllt das Zimmer,

Damit ihr recht genießen sollt.

 

Wie schlägt dein Herz beym Schlag der Stunde,

Der deiner Gäste Lärm verjagt!

Wie glühst du nach dem schönen Munde,

Der bald verstummt und nichts versagt.

Du eilst, um alles zu vollenden,

Mit ihr ins Heiligthum hinein,

Das Feuer in des Wächters Händen

Wird wie ein Nachtlicht still und klein.

 

Wie bebt von deiner Küsse Menge

Ihr Busen, und ihr voll Gesicht,

Zum Zittern wird nun ihre Strenge,

Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht.

Schnell hilft dir Amor sie entkleiden,

Und ist nicht halb so schnell als du;

Dann hält er schalkhaft und bescheiden,

Sich fest die beyden Augen zu.

 

8, Im Schlafgemach, fern von dem Feste

Sitzt Amor dir getreu und wacht