Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 47 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Kapitel II

 

Hochedelgebohrner

insonders Hochzuehrender Herr

Es ist mir sehr angenehm gleich mit dem Anfange des Neueniahrs

Gelegenheit zu finden Sie an Ihre alte Gewogenheit gegen mich zu erinnern.

Lavater trägt mir auf Ihnen beigehenden Anfang des Phisiognomischen

Manuscripts zu übersenden mit dem es folgende Bewandniß hatt. Die

Übersetzung der Einleitung habe ich zu besorgen,[161] dahingegen Sie die

Fragmente selbst von p. 7 an von Herrn Hubern übersezen laßen werden. p. 17.

wo ein † mit Bleistifft gezeichnet stehet, wie auch p. 21. werden vielleicht noch

einige Zusäze eingesandt werden, sollten diese aber außen bleiben, so ist an

beiden Orten zur Nachricht dem Sezer schon angemerkt daß diese Zeichen auf

weiter nichts Beziehung haben. Wollten Sie mir den Empfang dieser Papiere

gefälligst berichten, und zugleich etwa sonst einiges zu Beförderung und

Ausführung dieses Werks gehöriges mir zu wißen thun, so will ich alles mit dem

besten Eifer besorgen, da ohnedem die Spedition des Manuscripts meistens

durch meine Hände gehen wird, da ich den öfters die Ehre haben werde Sie

derienigen Hochachtung zu versichern mit der ich mich nenne

Frankfurt den 2 Jenner

1775

 

Ew. Hochedelgeb.

ganz ergebenster Diener

Goethe

 

[161] Goethe sollte die Einleitung durch Gotter ins Französische übersetzen lassen. (Brief

von Lavater an Reich 20. Jan. 75.)

 

III.

 

Hier schick ich die Zugaben an den bemerckten Orten einzurücken, ich hoffe

sie sollen zur rechten Zeit kommen wo nicht so bitte mirs gleich zu melden.

Sie werden die Folge nun auch schon empfangen haben, oder so gleich

empfangen. Frfurt. d. 23 Jan. 1775.

 

Goethe.