Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 44 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Kapitel III

 

Im Zutrauen auf unsre ehmaligen guten Verhältnisse, nehme ich mir die

Freyheit Ihnen einen jungen Mann zu empfehlen der Ihnen diesen Brief

überreichen wird. Er wünscht in Leipzig zu bleiben und dort ein besseres

Schicksal zu finden als er bisher hat erfahren müssen. Ich hoffe er wird Ihnen

nicht beschwerlich seyn. Haben Sie die Güte ihm zu erlauben daß er Sie

manchmal sehe, sich Ihnen eröffne. Verschaffen Sie ihm wo möglich einige

Bekanntschaften und Connexionen, damit er durch litterarische Arbeiten etwas

verdienen könne. Er heißt Vulpius und ist mir als ein gutartiger junger Mann

bekannt.[156] Verzeihen Sie diese Bitte und bleiben meiner fortdauernden

Freundschaft und Hochachtung versichert. Weimar, d. 31 Aug 89

 

J W Goethe.

 

[156] Vgl. Briefw. mit Jacobi S. 112 ff. 116. 120.

 

IV.

 

Ew Hochedelgeb. haben die Güte gehabt mir vor

einiger Zeit drey Stücke der Bachischen Sonaten für Kenner und Liebhaber zu

senden und zwar das Stück. Sie versprachen mir die übrigen nachzusenden,

ich habe sie aber bißher noch nicht erhalten. Sollten Ew Hochedelgeb. die drey

fehlenden Stücke noch nicht gefunden haben oder es viele leicht gar unmöglich

seyn sie aufzufinden, so bitte ich mir gefällige Nachricht davon aus, damit ich

mich etwa anderwärts umsehen kann.

Ich lege einige Abdrücke meines Wapens bey welche Sie verlangten.

 

Mit besonderer Hochachtung unterzeichne ich mich

Weimar d. Octbr. 1790.

 

Ew Hochedelgeb.

ergebenster

Goethe