Goethes Briefe an Leipziger Freunde
Ii.[154]
Adieu lieber Bruder. Habe mich lieb, und vergiss mich nicht. Aufs Früjahr geh
ich nach Strasburg. Wer weiß wann wir da wieder was von einander hören.
Schreibe mir doch die Zeit einmal, und wenn Bruder Bernhard nicht schreiben
will, so lass dir sagen, ob er mir was zu melden hat und setze es mit in deinen
Brief. Grüsse Stocken und seine Dame, und sag ihm er machte recht artige
Sachen.
Goethe.
[152] Gedruckt in den Fragmenten aus einer Goethe-Bibliothek. S. 3.
[153] S. oben S. 28. 88.
II. [154]
Sie werden es dem Vertrauen, das ich zu Ihrer Güte habe, zuschreiben, wenn
ich mich in einer kleinen litterarischen Angelegenheit an Sie wende.
Im Jahre 1752 ward eine Ausgabe des Reineke Fuchs bey Ihnen gedrukt. In
derselbigen sind Kupfer, um die es mir eigentlich gegenwärtig zu thun ist. Da sie
sehr ausgedrukt, und an einigen Stellen aufgestochen sind, so läßt sich
vermuthen, daß sie schon zu einer oder mehrern ältern Ausgaben gedient haben.
Die älteste nun von diesen zu erfahren und, wo möglich, zu besizen, wünschte
ich gar sehr, indem ich auf die Werke des Aldert van Everdingen, der sie
verfertiget, einen großen Werth lege.[155] An wen könnte ich mich mit beßerer
Hoffnung wenden, als an Sie, und bin wenigstens gewiß, daß ich einige sichere
Nachricht durch Ihre Güte werde erhalten können. Sie verzeihen aus alter
Neigung und Freundschaft der Freyheit, deren ich gebrauche, beehren mich mit
einer baldigen Antwort und halten Sich versichert, daß ich Ihnen iederzeit mit
vorzüglicher Hochachtung ergeben bleibe. Weimar den 20. Febr. 1782.
Goethe.
[154] Die folgenden Briefe sind an den Vater Joh. Gottlob Immanuel und an die Handlung
gerichtet.
[155] „Wo du etwas von Everdingens Radirungen auftreiben kannst, schicke es doch ja.
Seit ich diesen Menschen kenne, mag ich weiter nichts ansehen.“ Briefe an Merck II. S. 183 vgl. S. 181 f. 188. I. S. 213. 252. 258. 278. 284. an Frau v. Stein II. S. 60. 76. 118. 141.