Petersburg

Andrey Bely · Kapitel 17 von 103

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Petersburg

Die kalten Finger

Im Begriff, vor die Schar wartender Bittsteller zu treten, lächelte Apollon

Apollonowitsch; dieses Lächeln aber kaum aus Schüchternheit: was mochte nur

seiner hinter der Tür harren . . .

Apollon Apollonowitsch verbrachte sein Dasein zwischen zwei

Schreibtischen, zwischen dem seines eigenen Arbeitszimmers und dem des

Verwaltungsamtes. Ein dritter beliebter Ort war für ihn sein Wagen.

Und nun war er — schüchtern.

Schon ging die Tür auf; der Sekretär, ein junger Mann mit einem etwas liberal

über die Bruststärke hängenden Orden, flog der hohen Persönlichkeit entgegen,

und dabei knisterte ehrfurchtsvoll der überstärkte Rand seiner schneeweißen

Manschette. Auf seine schüchterne Frage brüllte ihn Apollon Apollonowitsch

an:

»Nein, nein! . . . Machen Sie so, wie ich gesagt habe . . .«

 

Die kalten Finger

 

Apollon Apollonowitsch Ableuchow im grauen Mantel und hohen schwarzen

Zylinder mit steinernem, an einen Briefbeschwerer mahnendem Gesicht, sprang

rasch aus dem Wagen und lief über die Stufen des Entresols, im Gehen den

schwarzen Wildlederhandschuh herunterstreifend.

Rasch trat er ins Vorzimmer. Der Zylinder wurde mit Vorsicht dem Lakai

überreicht. Mit derselben Vorsicht wurden Mantel, Portefeuille und Cachenez

übergeben.

Apollon Apollonowitsch stand vor dem Lakai in Nachdenken versunken;

plötzlich wandte er sich an ihn mit der Frage:

»Haben Sie die Freundlichkeit, mir zu sagen: kommt öfters hierher ein junger

Mann — ja: ein junger Mann?«

»Ein junger Mann?«

Verlegenes Schweigen: Apollon Apollonowitsch fand keine andere

Formulierung seines Gedankens. Der Lakai aber war nicht imstande, zu erraten,

von welchem jungen Mann der gnädige Herr sprach.

»Junge Leute, Exzellenz, kommen hierher selten . . .«

»Na, und . . . junge Leute mit Schnurrbärtchen?«

»Mit Schnurrbärtchen?«

»Mit schwarzen . . .«

»Mit schwarzen?«