Petersburg
Wände — Schnee und nicht Wände
Nikolai Apollonowitsch nicht die Weite.
Inzwischen stand Alexander Iwanowitsch beim Fenster und lächelte:
»Ein Programm für die Revolution hat unsereiner nicht nötig: das ist etwas für
Theoretiker, Publizisten, Philosophen . . .«
Plötzlich brach er ab und schwieg: aus dem schlackigen Nebel rollte ein
Wagen heran, die Wagentür flog auf, und Apollon Apollonowitsch sprang rasch
hervor und warf einen flüchtigen, ängstlichen Blick auf die Spiegelscheiben der
Fenster. Auch Alexander Iwanowitsch empfand eine jähe Angst und führte die
Hand vor die Augen.
»Er . . .«
»Was ist los?«
»Nichts Besonderes: Ihr Vater ist mit dem Wagen gekommen.«
Wände — Schnee und nicht Wände
Apollon Apollonowitsch liebte seine geräumige Wohnung nicht; ihre Möbel
glänzten zu aufdringlich, so in alle Ewigkeit . . .
Lauttönend, grell hallten die Schritte des Senators durch den Saal. Von der mit
weißen Girlandenmustern verzierten Decke, aus dem Kreis der Stuckfrüchte,
hing ein Lüster aus Bergkristall. Er wiegte sich, durchschimmernd, behangen
von durchsichtigen Mullgeweben, und bebte in kristallenen Tränen.
Die Quadrate des Parketts glänzten wie ein Spiegel. Die Wände: Schnee —
und nicht Wände. Hochbeinige Stühle standen dort und goldene Rinnen liefen
die weißen Beine entlang; zwischen den Stühlen mit cremefarbenen Plüschsitzen
glänzte das Weiß der hohen Alabastertischchen, auf deren jedem sich ein
Archimedes aus demselben Material erhob. Aber es war nicht nur Archimedes,
es waren auch andere Griechen. Kalt blinkte von den Wänden das eingelegte
ernst-eisige Spiegelglas; doch eine sorgliche Hand hängte auch dahin
rundrahmige Bilder von blaßblauen Tönen, die an die Fresken von Pompeji
erinnerten.
Apollon Apollonowitsch warf im Vorübergehen einen flüchtigen Blick auf die
Fresken und gedachte derjenigen Hand, die sie dahin gehängt; diese sorgliche
Hand war die der Anna Petrowna: Apollon Apollonowitsch verzog verächtlich
den Mund und schritt in der Richtung seines Arbeitszimmers weiter. Zwei Jahre
waren es her, seit Anna Petrowna ihn, eines italienischen Sängers wegen,
verlassen hatte. —