Semmering 1912
Waschungen
„Ich wasche mich täglich unmittelbar nach dem Aufstehen vom Kopfe bis
zu den Zehen, zuerst lau und dann kalt,“ sagte das wertvolle moderne Mädchen
zu mir.
„Sehr gut,“ erwiderte ich, „aber ich glaube nicht, daß Jeanne d’Arc dazu
immer Zeit hatte, als sie in die Schlacht mußte, um Frankreich zu erretten!“
Als ich sehr krank lag, nahm es mich immer „Wunder“, daß meine
Geliebte, nach einer durchwachten und durchsorgten Nacht, noch immer die
Energie fand, sich morgens vom Kopf bis zu den Zehen einzuseifen und
abzuspülen.
Sie sagte zwar: „Das tue ich, um mich für dich frisch zu erhalten!“
Aber, siehe, ich glaubte ihr das nicht.
Es war das „gottlose Weibchen“ in ihr, das trotz allem und unter allen
Umständen, sich appetitlich erhalten wollte! Für wen?! Nun — — — für alle!