Semmering 1912
Berghotel-Terrasse, Semmering
Daß ich da bin, ist mir ein ewiges Rätsel — — —.
Ich war schon in der Gruft, durch Schuld der Ärzte!
Heimtückische Mörder ihr, nein, schrecklicher, Idioten!
Nun hab’ ich den Bergwald vor meinem Fenster,
und die Stimme der K. P. jauchzt und singt und spricht Gesänge; bloß wenn
sie nur sagt, was alle Menschen sagen; Gewöhnlichstes wird zum ewigen
Ereignis. Wie man es sagt, ist alles, was, ist nichts!
Und die Komtesse schreitet, fliegt, schwebt, schlängelt sich über die
Terrasse — — —.
Das süße Kindchen Sonja Dungyersky steht da in braunen Locken und ihre
Beine sind dünn und braun wie von Gazellen — — —.
Daß ich noch bin, ist mir ein ewiges Rätsel. Gott, schütze mir die, deren
Schönheit mich berauscht! An denen ich krank werde und gesund zugleich!
Berghotelterrasse aus Beton, mit deinen grellroten Tischen, Sesseln, ich war
dein erster Morgengast, und ich begrüßte dich zärtlichst, du feuchte noch vom
Morgentau! Im äußersten Ecke saß ich, oberhalb der Baumwipfel, und starrte in
den weißen Mürztalnebel! Ich sah dich erstehen aus grauen nassen weichen
Betonhaufen; ich wartete 21 Tage auf deine Marmorhärte; ich war dein erster
Gast!