Semmering 1912

Peter Altenberg · Kapitel 38 von 152

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Semmering 1912

Das Glück

 

Ich erwartete das Glück vergeblich Jahre und Jahre lang. Endlich kam es

und setzte sich zutraulich an mein Bett. Es hatte gelbbraunen Teint wie die

Javanerinnen, schmale, lange Hände und Finger, Gazellenbeine und bewegliche

lange Zehen. Ich sagte: „O, bist du wirklich, wirklich endlich das Glück, das

lang ersehnte, tief entbehrte?!?“ — „Ich werde es dir morgen schreiben, ob ich

es wirklich bin oder nicht. Du wirst selbst urteilen — — —.“

Am nächsten Morgen fand ich einen Zettel, auf dem geschrieben stand:

„Adieu, auf Nimmerwiedersehen — — —.“ Ja, es war also wirklich und

wahrhaftig „das Glück“ gewesen!