Kleine Dichtungen
Zwei kleine Sachen
I.
Es muß jedes zuallererst für sich selber sorgen, damit es sich überall leicht
und sorglos kann sehen lassen. In dir ist eine Neigung, stets an das andere zu
denken und dich selbst zu vergessen. Sagt dir dafür das andere Dank, und kann
es das? Man ist nicht gern dankbar. Es will jedes sich selbst das, was es ist,
verdanken. »Das verdanke ich mir selbst,« sagt eins gern. Indem du nun aber an
jemanden bloß nur denkst, hast du ihm noch zu nichts geholfen, dich aber hast
du vielleicht schon bedeutend dabei vernachlässigt. Weißt du, daß man die nicht
liebt, die sich vernachlässigen.
II.
Ich ging so, und indem ich so meines Weges zog, begegnete mir ein Hund,
und ich schenkte dem guten Tier alle sorgfältige Beachtung, indem ich es
ziemlich lange anschaute. Bin ich nicht ein törichter Mensch? Ist es denn etwa
nicht töricht, eines Hundes wegen sich auf der Straße aufzuhalten und kostbare
Zeit zu verlieren? Aber indem ich so ging, hatte ich ganz und gar nicht das
Gefühl, daß die Zeit kostbar sei, und so ging ich denn nach einiger Zeit
gemächlich weiter. Ich dachte: »Wie ist es doch heute heiß,« und es war in der
Tat recht warmes Wetter.