Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 10 von 139

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Mein Lied

Es kann einem wunderlich träumen!

Und Hunger —«

Am Hügel rieselt der Sand — die Mutter wacht auf.

 

Es kann einem wunderlich träumen!

Nun wollt' ich schlafen.

Das Tagwerk ist recht hart gewesen.

Bin ich erschaffen

Für Bauernbrot und Bauernnot?

D a s ist meine Frag' gewesen.

Da seh' ich ein Häuslein wohl schön gebaut,

Und ein Weib in Huld zum Fenster ausschaut;

Der Fenster waren eben drei,

So schauten aus auch Kindlein zwei

Und riefen: Vater! — Ich tat mich heimen.

— Es kann einem wunderlich träumen!

Dann ging ich dichten.

Und die Leute taten mir Kränze winden.

Und muß berichten:

Eine Maid sagt: Du bist mein a l l e i n , Ich will dir Sträußlein im Lenze binden.

Ich sag': Was soll mir dein Blumengruß,

Wenn ich ein Geheimnis verschweigen muß,

Daß Fraue du zu aller Frist

Mein' herzallerliebste Freude bist!

Drauf tat sie mit Küssen nit säumen.

— Es kann einem wunderlich träumen!

Jetzt kamen Freunde

Und taten mich in die Ferne führen.

Mein Lieb, das weinte.

Ich steig' zum Glück, sie bleibt zurück

Und klagt: »Ich wollt' dich gerne führen!« —

Ich finde Freude, Gut und Geld

Und alle hohe Ehr' der Welt. —