Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 47 von 139

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Mein Lied

Halbverklungene Heldenkunde.

Und tauche, mein Lieb, zu dir hinab

In die weiche, kühlende Flut.

Und weiß ich dich eines andern Braut

Mit runden Wängelein rot,

Dann leg' ich mich auf die Erden hin

Und weine, und weine mich tot.

Und wenn ich an Lieb' gestorben bin,

So graben sie ein tiefes Grab,

Und legen ein Kreuz mir auf die Brust,

Und senken mich still hinab.

So hast du dich, Kind, von mir gewend't,

Und ich bin blieben dein.

Gott mit dir, Gott mit dir, du hartes Lieb!

Ich leb' und sterb' allein.

 

Halbverklungene Heldenkunde.

Halbverklungene Heldenkunde

Weiß zu sagen von dem Paare,

Das nach grausen Hunnenschlachten

Auf dem Roß, dem kampfesmüden,

Vor den grimmen Türken fliehet.

Unterwegen rast der Flüchtling

Ob des Vaterlandes Jammer.

Angstvoll hütet er sein Weib noch

Vor der wilden Gier der Feinde.

Sieh, da stürzt das treue Rößlein.

»O verdammt!« so ruft der Reiter,

»Daß sie höhnend mich ermorden,

Ist beim Himmel nicht das Schlimmste,

Doch in ihre Hände fallend

D u , mein Weib, du Heißgeliebte ...«