Mein Lied
Halbverklungene Heldenkunde.
Und tauche, mein Lieb, zu dir hinab
In die weiche, kühlende Flut.
Und weiß ich dich eines andern Braut
Mit runden Wängelein rot,
Dann leg' ich mich auf die Erden hin
Und weine, und weine mich tot.
Und wenn ich an Lieb' gestorben bin,
So graben sie ein tiefes Grab,
Und legen ein Kreuz mir auf die Brust,
Und senken mich still hinab.
So hast du dich, Kind, von mir gewend't,
Und ich bin blieben dein.
Gott mit dir, Gott mit dir, du hartes Lieb!
Ich leb' und sterb' allein.
Halbverklungene Heldenkunde.
Halbverklungene Heldenkunde
Weiß zu sagen von dem Paare,
Das nach grausen Hunnenschlachten
Auf dem Roß, dem kampfesmüden,
Vor den grimmen Türken fliehet.
Unterwegen rast der Flüchtling
Ob des Vaterlandes Jammer.
Angstvoll hütet er sein Weib noch
Vor der wilden Gier der Feinde.
Sieh, da stürzt das treue Rößlein.
»O verdammt!« so ruft der Reiter,
»Daß sie höhnend mich ermorden,
Ist beim Himmel nicht das Schlimmste,
Doch in ihre Hände fallend
D u , mein Weib, du Heißgeliebte ...«