Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 90 von 139

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Mein Lied

Eine Stimme in der Wüste.

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Am erstbesten Eichbaum zerschlag' ich die Leier!

 

Eine Stimme in der Wüste.

Es mußt' ein wildes Schlachten kommen,

Du, Welt, verträgst den Frieden nicht,

Du schreist nach ihm, und naht er schüchtern,

So schlägst du ihm ins Angesicht.

Ich sah noch keinen Tag erstehen,

Der nicht entfacht vom Reinen war,

Und keine Sonne sah ich sinken,

Die trüb nicht vom Gemeinen war.

O dummes, bettelhaftes Prahlen

Mit deines Fortschritts großen Siegen,

Wenn unter den brutalen Füßen

Zermalmt der Seele Schätze liegen.

Zermalmt ist mit den Götzenbildern

Auch Jovis hehre Lichtgestalt,

Und deine neuen Lichter leuchten,

So wie der Fäulnis Phosphor strahlt.

Du weißt so viel und bist nicht weise,

O sage, Welt, ob dir denn wohl ist

Bei deiner krausen Hochkultur, die

Außen bunt und innen hohl ist?

Den Hexentanz des Lebens tanzt

Die Kunst getreulich mit; die Taube

Entsank den reinen Himmelshöhen

Und flattert halbbetäubt im Staube.

Die Güte und die Menschenwürde,

In heißen Kämpfen dir errungen, Ist fremd geworden deinem Herzen,