Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 12 von 139

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Mein Lied

Habt Dank, ihr guten Leute!

Für dieses reiche Mahl,

Das ihr mir aufgetragen

In buntbekränzten Schüsseln

Und Goldpokal.

Mein Herze dürstet nimmer

Nach Weltgenuß und Ehr',

Im stillen Dorf zu leben

Als Mensch bei schlichten Menschen,

Was soll ich mehr?

Daß ich im Frieden atme

Und dankbar, angesichts

Der heiligen Wunder Gottes

Mich meines Lebens freue,

Sonst will ich nichts.

Ich werde nimmer müde,

Des Himmels Glanz zu schaun,

Auf seiner Wolken Spiele,

Auf seiner Flocken Reigen

Mein Lust zu baun.

Der Lüfte sanftes Wiegen

Und wild gewaltige Macht,

Der Wässer Steigen, Stürzen,

Hat stets mir Seligkeiten

Ins Herz gebracht.

Und sink' ich einst zu Grabe

Von heitrem Tageslicht,

Die Erde, ewig Rosen

Aus ihrem Schoße sendend —

Ich fürcht' sie nicht.