Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 20 von 139

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Mein Lied

Wir grüßen dich!

 

Wir grüßen dich, Bergland, du teure Heimat!

Wir jauchzen dir zu, wie sehr wir dich lieben.

Wir lieben die blühende Flur — den Brautkranz der Jugend. Wir lieben des Kornes wogenden Feldplan — den nährenden Vater. Wir lieben der Weinhügel sonnigen Busen — die säugende Mutter. Wir lieben den Wald, den dämmernden Garten der blauen Blumen. Wir lieben der stillen Heide traumvoll sinnende Muse. Wir lieben den friedlich gebetteten Alpsee,

Wo müde gehetzt das Weltkind rastet

Weich in des Kahnes schaukelnder Wiege.

Wir singen ihm leise ein süßes Schlaflied. —

Vor allem doch euch, ihr stillen Felsen,

Ihr schneegekrönten Wächter der Heimat,

Mit Ehrfurcht grüßen wir euch.

Behütet mit ehernem Wall der Vorfahren heilige Stätte. Behütet, ihr ewigen Berge, den deutschen Enkeln Das Land der Treue und Freude!

 

Steiermark.

Gottbegnadet Land! Zur Maienzeit

Sei dir, Styria, ein Strauß geweiht.

Du bist göttlich schön. — Die Felsenstirn

Stolz gekrönet mit diamantnem Firn!

Leuchtend als dein Aug' die klaren Seen,

Wo als Braun die heiligen Tannen stehn.

Hier die goldnen Ähren, dort die Reben

Froh um deinen Busen Kränze weben,

Und allda, wo anderwärts der Spaten

Nichts zu finden weiß, als ewigen Schatten,

Tief in deiner Berge treuem Herzen Bist du reich an unschätzbaren Erzen,