Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 33 von 139

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Mein Lied

Wenn ich durch den Winter geh'.

Weißt du, Mädchen, daß ich sterbe,

Und an deinen Armen sterbe,

Wenn mich diese nicht umschlingen?

Mädchen, schenke mir mein Leben,

Daß ich dir dasselbe schenke,

Soll das deine ich erringen!

 

Wenn ich durch den Winter geh'.

Wenn ich durch den Winter geh',

Denk' ich mir, es gibt auf Erden

Doch nichts Schöneres, als den Schnee,

Und er muß zu Wasser werden.

Ruht im Hag die Jungfrau mild,

Denk' ich mir, es gibt auf Erden

Doch nichts Schöneres, als dies Bild!

— Und sie muß zum Weibe werden.

Tau ich auf dem Röslein seh',

Tau an ihrem Augenstern.

Tauf' mit Wasser Freud' und Weh,

So gewillt es Gott dem Herrn.

 

Frage.

Mädchen, wenn ich sehnend flehe,

Hörst du nichts?

Mädchen, wenn das Aug' du senkest,

Siehst du nichts?

Mädchen, wenn ich sterben gehe,

Willst du nichts?

Mädchen, wenn du mein gedenkest,

Fühlst du nichts?