Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 15 von 139

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Mein Lied

Wollte heim in meine Berge.

Leise rauschet seiner Ruh!

Laß mich einstens, Götterlieblingssohn,

Finden in der Waldesruh mein Ziel,

Kränz mir dort die Stirn, anstatt mit Mohn,

Mit dem heiligen Asphodil.

 

Wollte heim in meine Berge.

Wollte heim in meine Berge,

Um den Frieden zu umfassen,

Den ich weltlusttrunken einst im

Grünen Wald zurückgelassen.

Gab ihn einem muntren Vöglein

In Verwahrung, bis ich käme,

Und den süßen Jugendfrieden

Wieder an den Busen nähme.

Hab' mit meinem heißen Herzen

Ruhlos nun den Wald durchzogen.

Doch das liebe muntre Vöglein

Ist schon längst davongeflogen.

 

Alpenrose — Edelweiß.

Edelweiß und Alpenrose,

Sinnbild ihr der Menschenlose,

Sinnbild unsres höchsten Glücks.

Blutige Rose! Liebe, Leben,

Nimmermüdes Lustanstreben,

Flammenleuchte des Geschicks.

Doch wie bald ist es geschehen,

Daß die Rose muß vergehen, Bald sind Erdenfreuden fern.