Mein Lied
Ständchen.
Ein Schmuck nur wortelustiger Zungen.
O, nichts vom vorigen Jahrhundert
Hast du dir, Welt, gemacht zu Nutzen,
Als bloß die Kunst, mit frechem Flunker
All deine Torheit aufzuputzen.
Die graugelockte Weisheit schweiget,
Die unerfahrne Jugend spricht;
Besiegt, ruft sie, sind Elemente!
— Die Leidenschaften sind es nicht.
Von Hohn und Geifer der Parteien
Seh' ich mein Vaterland beflecket,
Die Führer blind und taumelnd, bis sie
Ein grauses Menetekel wecket.
Dann mitten in der wilden Drangsal
Wird männiglich die Welt verfluchen,
Doch ringend mit den Nachtdämonen
Den Flug in lichtere Höhn versuchen.
Das stete Glück macht Sünder, Toren,
Und kleines Unheil Weltverhöhner.
Die maßlos schwere Not allein ist
Der große Sühner und Versöhner.
Ständchen.
In einer Winternacht
Hab' ich dies Lied erdacht,
Es sei als Minnesang
Der Mitwelt dargebracht. —
Ihr Menschen seid nicht wert,
Daß man euch liebt und ehrt,
Daß man sein Herzblut gibt
Für das, was ihr begehrt, Denn euer Wunsch ist Wahn,