Mein Lied
Mein Erz.
Der Völker, Rassen, Religionen Streit
Vergeht im warmen Glanz der Menschlichkeit.
Wir kehren uns
Zum treuen, ewigen Geist, der alle zählt,
Und wehe dem, der Haß statt Liebe wählt!
Wir wehren uns!
Doch nicht mit Schwert und Feuer, wie Barbaren; Denn unsrer Philosophen heilige Scharen,
Sie lehren uns,
Trotz Korybantenlärms von Schelm und Wicht,
Mit heiterer Ruh und lächelndem Gesicht
Zu wehren uns.
Mein Erz.
Mein deutscher Sang ist euch zu zahm,
Anstatt mein geliebtes Volk zu segnen,
Soll fluchen ich der Feinde stramm,
Dem Nachbar stets mit Trutz begegnen.
Mein Herz ist froh, mein Erz ist rein,
Es dient dem Tod nicht, nur dem Leben;
Wie, muß denn alles Kanone sein?
Mag's nicht auch klingende Glocken geben?
Mein Ehrgeiz.
Die Ehr' ist jenes Gut,
Das mir am höchsten frommt,
Doch nicht die flüchtige Ehr',
Die nur von außen kommt.
Ein großer Dichter, traun, Das hört sich süß und fein;