Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 76 von 139

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Mein Lied

Volkslied.

Grab fünf Schuh ein,

So blitzt wohl gar des Silbers Schein,

Und tausend goldne Fäden weben

Sich herrlich durch dein ganzes Leben,

Grab fünf Schuh ein!

Grab sechs Schuh ein,

Wie leer mag da die Grube sein;

Oh, nimmermehr, da findest du

Das Beste, eine sanfte Ruh',

Grab sechs Schuh ein!

 

Volkslied.

Es springt ein guldener Bronnen

Aus heißem Herzen auf,

Und spiegelt in der Sonnen

Des Menschen Lebenslauf.

Es steigt ein ewiges Klingen

Zu Gottes Himmel an,

Das Höchste muß man singen,

Weil man's nicht sagen kann.

Kein Adler mag sich heben

So hoch zum Himmelszelt,

Als deine L u s t am Leben

Im Jauchzen aufwärts gellt.

So tief legt sich der Müde

Zur letzten kühlen Rast,

Als du dein L e i d im Liede

Zur Ruh' gebettet hast.

 

Lorbeer und Palme.

Strebst du nach Ruhm, o Sänger, so reize die Mitwelt nicht. Siehe, im Fluch des Volkes welket der Lorbeerkranz. Gibst du den Lorbeer doch für des Märtyrers Palme hin, Dann erst grüß' ich dich jauchzend, Sohn der Unsterblichkeit.