Mein Lied
Volkslied.
Grab fünf Schuh ein,
So blitzt wohl gar des Silbers Schein,
Und tausend goldne Fäden weben
Sich herrlich durch dein ganzes Leben,
Grab fünf Schuh ein!
Grab sechs Schuh ein,
Wie leer mag da die Grube sein;
Oh, nimmermehr, da findest du
Das Beste, eine sanfte Ruh',
Grab sechs Schuh ein!
Volkslied.
Es springt ein guldener Bronnen
Aus heißem Herzen auf,
Und spiegelt in der Sonnen
Des Menschen Lebenslauf.
Es steigt ein ewiges Klingen
Zu Gottes Himmel an,
Das Höchste muß man singen,
Weil man's nicht sagen kann.
Kein Adler mag sich heben
So hoch zum Himmelszelt,
Als deine L u s t am Leben
Im Jauchzen aufwärts gellt.
So tief legt sich der Müde
Zur letzten kühlen Rast,
Als du dein L e i d im Liede
Zur Ruh' gebettet hast.
Lorbeer und Palme.
Strebst du nach Ruhm, o Sänger, so reize die Mitwelt nicht. Siehe, im Fluch des Volkes welket der Lorbeerkranz. Gibst du den Lorbeer doch für des Märtyrers Palme hin, Dann erst grüß' ich dich jauchzend, Sohn der Unsterblichkeit.