Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 136 von 139

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Mein Lied

Tafelgruß zu einer Vermählung.

So steht's geschrieben denn:

Heil sei den Liebenden,

Die heut im siebenten

Himmel frohlocken.

Lasset nun diese Zwei

Im Paradiese frei

Wundersam süße Mai-

Blümlein brocken.

Doch ist's leicht selig sein,

Wenn uns den Himmel ein

Andrer gebaut.

Denk' ich dein, lobesams

Stammhaus des Bräutigams,

Denk' ich dein, Stammhaus

Der lieblichen Braut.

Segle nun frohgemut,

Schifflein, auf hoher Flut,

Unter den Sternen der Liebe und Treu.

Ich will zu dieser Stund'

Preisen der Eltern Bund,

Leuchtendes Vorbild der glücklichen Zwei

Preise, mein Weihgesang,

Waldsängers Treugesang,

Preise den Schöpfer

Der künftigen Welt.

Was einst in Fleiß und Recht

Erntet ein neu Geschlecht,

Haben weitschauende

Ahnen bestellt. —

Grenzstein der neuen Zeit

Und der Vergangenheit

Ist der zur Trauung

Geschmückte Altar.

Wenn ich des Rheines Reb'

Urdeutschen Wein erheb',

Grüß ich dich, junges,