Mein Lied
Wenn alle Wälder schlafen.
Und alle Quellen schweigen,
Die Nebel stille steigen,
Die Sterne leis' sich neigen,
Da ist das einsam Leben
Ein selig, selig Sein.
Wenn alle Wipfel flüstern
Und alle Vögel singen,
Wenn alle Geigen fiedeln
Und alle Kehlen klingen,
Da ist das einsam Leben
Wohl eine harte Pein.
Ob träumen still, ob jubeln
Im lauten Kreis der Freuden,
Das beste ist, vom Leben
Ohn' allen Abschied scheiden.
Drum sei das einsam Sterben
Gesegnet nur allein.
Ruh' im Walde.
In der Berge Falten tief geschmiegt
Und gewickelt in den weichen Wald,
Wie das Kindlein in der Wiege liegt,
Ist mein liebster Aufenthalt.
Wie die Mutter sang, so singt der Bach,
Und in Wipfeln muntre Vögelein
Rufen mir der Jugend Märchen wach,
Singen mich zum Schlummer ein.
Von den Kronen wehen Blütenreigen,
Decken mich im kühlen Schatten zu, Und ein Engel flüstert's allen Zweigen: