Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 11 von 139

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Mein Lied

Ich bin ein großer Herre!

Endlich die Lieb' mich zur Heimat ruft,

Da find' ich die Maid in der Totengruft.

Drum sollst du dein Herz nicht versäumen.

— Es kann einem wunderlich träumen!

 

Ich bin ein großer Herre!

Ich gebe mir die Ehre

Und sing' ein Liedel fein,

Ich bin ein großer Herre,

Die ganze W e l t ist mein.

Der Landmann, der mag säen

Und ernten Korn und Lein;

Doch Feldesblühn und -wehen

Zur Maienzeit ist mein.

Die Karner mögen tauschen

Und nutzen Baum und Stein,

Doch Waldesgrün und -rauschen

Und Waldesruh ist mein.

Wie arm sind doch die Reichen,

Vom Herzensfrieden fern,

Oft Knechte sondergleichen

Sind diese hohen Herr'n.

Sie streiten sonder Labe

Mit Schwert um Land und Meer;

Ich zieh' mit meinem Stabe

Erobernd hinterher.

Wie lustig ist das Wandern,

Die Sorgen sind ja klein;

Die s c h w e r e Welt ist andern,

Die s c h ö n e Welt ist mein.