Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 22 von 139

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Mein Lied

Dem Heimatlande.

Deutscher Heimat süße Sänge

Klingen in den lauen Lüften,

Schlagen an die Felsenhänge,

Wehen über Seen und Triften.

Auf der weiten Gotteserden

Wird kein schöneres Land gefunden;

Durch weißgrüne Bande werden

Mit dem Himmel wir verbunden.

Auf die Scholle sinkt der Sänger,

Daß er fromm das Erdreich küsset:

O geliebtes, heiliges Waldland

Steiermark, sei uns gegrüßet! —

Heimatfreude ist getragen

Von des Liedes Ätherschwingen,

Unsre Lust ist nicht zu sagen,

Darum müssen wir sie singen.

 

Dem Heimatlande.

Hörst du das Läuten, Freund?

Her aus den Weiten, Freund?

Weckt es nicht wonnig des

Wanderers Drang? —

Glaub diesen Glocken nicht,

Laß dich verlocken nicht

Von der Sirene

Weltpreisendem Sang!

Und mußt du dennoch fort,

Jagend von Ort zu Ort,

Suchend die Ziele, die

Nirgendwo sind:

Kehre fein balde um,

Freund, in dein Heiligtum,

Wo du bist Gatte und

Vater und Kind.