Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 58 von 139

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Mein Lied

Allseliges Leid.

Da nahen Gestalten aus alten Zeiten,

Die stille Reihe der alten Bekannten,

Sie grüßen mich schweigend.

Sie winken mir stumm ein Geheimnis zu

Und schwanken vorbei.

... Ich hab' nichts verstanden.

 

Allseliges Leid.

Was glänzen doch dem die Augen so hell?

Und birgt in der Brust eine dämmernde Seel',

Und hüllet in staubige Spinnenweben

Geheimnisvoll sein glosendes Leben.

— Weiß es einer, wie wohl sie tut,

Die einsame Glut?

Was brennen doch dem die Wangen so rot?

Er ist ja kalt, er ist ja tot!

Er scherzt nicht mit Freunden, er kost nicht mit Frauen, Er kann keine lustigen Leute schauen.

— Weiß es einer, wie weh kann sein

Die einsame Pein?

Und weiß es einer, wie wohl es tut,

Wenn glühend das Herz in sich selber ruht,

Und weiß es einer, wie hart es kann sein —

Der schleiche vorüber und laß' ihn allein,

Den Mann in seinem allseligen Leid

Der Einsamkeit.

 

Erprobter Rat.

Magst du wissen, wann du sollst gesellig

Und wann einsam sein?

Willst du F r e u d e , suche Menschen, Willst du G l ü c k , so bleib mit dir allein. Wisse, wann dein Werk am schönsten