Mein Lied
Der Reiche.
Doch bin von schlechtem Mammon
Seit Jahr und Tag besessen ich.
Und weil vor dem Verlieren
In Angst und Sorg' ich beben muß,
So hab' ich Not und Elend
Vom Geld, solang ich leben muß.
Und wenn ich's einst verlassen soll,
Wird doppelt hart das Sterben,
Und schmähen einen Geizhals mich
Die tief verhaßten Erben. —
O grauenhaftes Schicksal, du,
Den Mammon zu verfluchen,
Und ihn mit Hungers Hast und Gier
Doch immer müssen suchen.
Dem Armen das Verschmachten
Für seine Seele frommen muß,
Dieweil die meine jämmerlich
Im goldnen Bann verkommen muß.
O Gott, wie wird das enden noch,
Was soll mich Ärmsten laben,
Wenn ich den goldnen Becher leer
In lahmer Hand werd' haben!
Noch einmal möcht' für Göttliches
Auf Erden ich erwarmen.
Erlöse von den Banden mich,
Erbarmen, Herr, Erbarmen!
Der Reiche.
Ach, wir armen Reichen werden
Oft der Lästerzungen Beute!
Und wir sind, bei Licht betrachtet,
Doch die allerbesten Leute.
Was! ich nicht getreu der Pflicht?
Hab' geschworen, reich zu werden;