Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 105 von 139

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Mein Lied

Wanderlied.

Man frägt: warum? wozu? was dann?

Und manchen geht das Grausen an. —

O Menschenseele, leg dich du

An Gottes Herz zur trauten Ruh'

Und laß nicht kümmern deinen Sinn,

Daß du nicht weißt, woher, wohin.

 

Wanderlied.

Mein Leib ist schon dem Tod geweiht,

Die Seele noch voll Lebensfreud'.

Mein Sterben ist ein Wandern

Eine Reis' im Kreis, von Stern zu Stern,

Von euch zu euch, vom Herrn zum Herrn,

Von einem Himmel zum andern.

 

Die Stunde.

*

Tick-tack! Tick-tack!

Die Stunde geht in Zickzack.

In Zickzack geht die Stunde,

Der Zeiger schreibt die Runde.

Es nachtet und es tagt,

Es wintert und es frühet,

Die Zeit entfliehet

Und ist doch immer da.

Der Zahn der Zeit

Nagt an der Zeit.

Er nagt umsunst,

Die Zeit, die Stund' um Stunde reiht,

Ist ewige, ewige Ewigkeit.

Tick-tack! Tick-tack!