Mein Lied
Weib.
Das Maidlein tat dem Knaben traun,
In alten, grauen Tagen.
Der Knab' tat nit lang bitten,
Nahm 's Mädl um die Mitten
Und hub mit ihr ein Tänzlein an,
Der Atem tat ihr stille stahn
In alten grauen Tagen.
Und als er satt am Tanzen,
Da nahm er seinen Ranzen,
Und ließ die Maid zu zwein — allein. —
Das Märchen soll geschehen sein
In alten grauen Tagen.
Weib.
Schicksal im langen Haar,
Herrin, mir graut vor dir!
Reiß von der Heimat mich,
Raube die Freunde mir.
Brich meinen Tatenmut.
Höhne, verrate mich,
Schände die Ehre mir,
Hass' und verkaufe mich.
Foltere die Seele mir,
Hetz in die häßlichsten
Laster des Lebens mich,
Stürz in die ewigen
Peinen der Hölle mich:
Anbeten! Anbeten!
Anbeten muß ich dich,
Wonniger, göttlicher
Dämon — ich liebe dich!