Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 134 von 139

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Mein Lied

Widmung ins »Sünderglöckel«.

Lebendiger Mundart.

So wie sie uns kund ward

Von ackernden Alten,

So sollen sie erndende

Enkel erhalten!

Widmung ins »Sünderglöckel«.

1903.

Wenn das Sünderglöcklein läutet,

Brauchst du, Freund, nicht zu erschrecken,

Zwar, die Schelme soll es necken;

Arme Sünder soll es wecken;

Aber keinen soll's verletzen,

Und die Guten soll's ergötzen.

Einem Künstler.

Die Natur ist des Stoffes gefesselte Sklavin,

Sie muß wahr sein, auf Kosten der Schönheit.

Die Kunst ist des Himmels freiwaltende Tochter, Sie darf schön sein auf Kosten der Wahrheit.

An Martinelli zum 70. Geburtstag.

1904.

Du grüßtest mich zu Sechzig,

Denn was sich liebt, das neckt sich.

Ich grüße dich zu Siebzig,

Denn was sich neckt, das liebt sich.

An Fräulein E. B.

1905.

Dein Hans ist ernannt nun zum Doktor der Rechte. Und ist er für dich auch der Doktor, der rechte,

So reicht euch, wie's recht ist, fürs Leben die Rechte.