Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 123 von 139

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Mein Lied

Dichtergassen.

Ungezählt und ungewogen

Streust du Schätze in den Sand,

Doch gezählt und wohlgewogen

Wird dein Name sein im Land.

 

Dichtergassen.

Bauet ihr den Dichtern Gassen,

Baut sie nicht an Häusermassen,

Nicht in staubdurchqualmter Enge,

Wo nach Mammon hetzt die Menge.

Bauet sie durch grüne Auen,

Wo die kühlen Wälder tauen,

Bauet sie nach Bergesspitzen,

Wo beim Mahl die Götter sitzen.

Und wenn euch in Niederungen

Fast ersticken Herz und Lungen,

Laßt den Plunder liegen, stehen,

Folgt den Dichtern zu den Höhen! —

Wer dies Märchen nicht kann fassen,

Der soll alles Dichtergassen-,

Dichterstraßentaufen lassen.

 

Musiksegen.

(An meinen Sohn.)

Die Musik, sie ist dein Heiland,

Sie ist ein Heiland auch mir,

Wenn sie als treuer Engel

Dich führend bleibt bei dir.

Wenn sie, mein Kind, dich behütet

Vor Lastern, den gemeinen,

Wenn sie dich hebt und leitet

Zu Freuden, zu den reinen.