Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 37 von 139

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Mein Lied

Belehrung für einen Dichter.

Nun hab' ich gewußt, was zu geschehn,

Die Eifersucht zu kühlen.

Die Mädels, die mögen das Küssen nicht sehn,

Aber fühlen, fühlen, fühlen.

 

Belehrung für einen Dichter.

Du beklagst dich, daß dein Weibchen

Nicht will deine Lieder lesen.

Schreib in Küssen, statt in Versen,

Wird sie's immer wieder lesen.

Bist du ferne, wird sie gerne

Lieder unterm Flieder lesen.

Doch, wenn selber singt der Vogel,

Wozu im Gefieder lesen?

Wisse, sie hat nicht die Richtung

Literarisch weiser Richter;

Lieber, als die größte Dichtung,

Ist dem Weib der junge Dichter.

Deshalb ist, seid ihr beisammen,

Nicht die Zeit zum Liederlesen.

 

Amors Rat.

Wenn du, mein Freund, zur wonnigen Mundlust Den kühlen Schnabel des Krugs an den Mund tust, So halte zur lieblichen, süßen Geleitschaft

Den glühenden Schnabel der Maid in Bereitschaft.

 

Gewohnheit.

Der Hüttenrauch[B], das Küssen auch, Das sind zwei schlimme Dinge.