Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 85 von 139

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Mein Lied

Der Besessene.

Und läßt für sich den »Pöbel«, traun,

Hübsch arbeiten und sparen.

Ei, was Gewissen, Ideal!

Das Leben ist ein Spielchen,

Und hochperzentige Wertcoupons

Sind unser höchstes Zielchen.

Was Arbeit, Narr, das Glücksrad her,

Das dreht sich selber um,

Ich kann es dir empfehlen sehr,

Verehrtes Publikum!

 

Der Besessene.

Mir graut, ich bin besessen,

Besessen von dem Gelde hier,

Mein Schaffen, selbst mein Sinnen,

Mein Träumen wird zu Gelde mir.

Was meine Hand berühret,

Wird märchenhaft zu Gelde mir,

Die Sehnsucht meines Herzens

Wird eingelöst mit Gelde mir.

Ich dürst' nach Lieb' und Freundschaft,

Nach Mut, nach Frohsinn, Ehr' und Ruhm,

Mein heißer Drang nach Tugend,

Er setzt sich schnöd in Gelde um,

Vor meiner Türe wimmern, ach,

Die Hungernden und Armen,

Und ich bin nicht imstande, ach,

Mich ihrer zu erbarmen.

O Brüder, liebe Brüder,

Wie teil' ich euch von Überfluß,

Da ich doch selber mitten

Im schnöden Gelde darben muß.

Das Geld als Segen Gottes, Das habe nie besessen ich,