Mein Lied
Unfaßbar.
Die Seele der Gottheit
Ist ruhendes Sein,
Ist wunschlos und streitlos,
Ist raumlos und zeitlos,
Ist Frieden allein.
Unfaßbar.
Nahe ist Werden und Leben und Sterben beisammen, Früher die endlose Zeit — später die endlose Zeit, Kurz vor den Tagen, in welchen ich fühle und denke, War ich ein formloses Nichts, war es von Ewigkeit her. Kurz nach den Tagen, in welchen ich walte und webe, Bin ich ein formloses Nichts, werd' es in Ewigkeit sein. Wie er doch sein kann, der winzige Punkt, wo ich stehe, Wie es nur möglich, denselben zu fühlen just jetzt? War es nicht immer der gleiche, weltenumgaukelte Schwerpunkt? Wußt' ich's nicht ewig, fühl' ich's nicht ewig: Ich bin?
Ewiges Sein.
»Wer soll sich nicht heute
Noch freuen des Lichts?
Wir sinken schon morgen
Ins ewige Nichts.«
Hat je sich der Galgenfrist
Einer gefreut,
Der unwendbar morgen
Dem Henker geweiht?
Die Freude an heute
Hat nur einen Wert,
Wenn ewig und ewig
Sie uns wiederkehrt.