Mein Lied
Anklage.
Sie stürzen sich wieder hinab in den Kot.
Das ist der Geschichte ewiger Lauf,
Wir können's nicht wenden,
Nicht ändern und enden,
Unsre Bestimmung ist ewiges Ringen
Gen Himmel hinauf.
Anklage.
Wenn die wilden Wetter schlagen
Und die giftigen Seuchen toben,
Welch ein grauses Heulen, Klagen,
An den hohen Himmel oben!
Großer Gott, für solche Armen
Hätt' ich wahrlich kein Erbarmen.
Hemmest du die bösen Wetter
Und die giftgeschwellten Seuchen,
Machen sie mit Kriegsgeschmetter
Aus sich selber tausend Leichen.
Fürsprache.
Doch, was auf Erden keimt,
O laß es reifen,
Und was im Menschen ruht,
Das laß erstehn.
O Gott, laß dieses irrende,
Nach deinen Höhen ringende,
Dies arme, herrliche Geschlecht
Nicht untergehn!
Dem Dichter.
Mein Sänger, laß' den Widerpart
Und sing' ein lustig Liedel,
Und lade sie zur Himmelfahrt
Mit einer hellen Fiedel.
Es ruft den einen zwar der Herr
Mit dumpfem Donnerkrachen,
Den andern lockt er noch vielmehr
Mit heiterem Sonnenlachen.
Der eine folgt den Elegie'n,
Der andre frohen Stanzen;
Man kann wohl in den Himmel knien
Man kann auch hinein tanzen.