Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 101 von 139

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Mein Lied

Drei himmlische Schreine.

Aus jedem Kind und armen Mann

Blickt mich mein treuer Heiland an,

Bereit, mein Werk zu segnen.

Wenn keines Kindes Aug' einst schwimmt

In Dankesfreudenzähren,

Wenn keines Bruders Hand mehr nimmt,

Was du ihm willst bescheren,

O, dann erst hat sich Gott vom Land

Des Sündenfluches abgewandt,

Und wird auch nimmer kehren.

Drum laßt, solang' noch Arme flehn, —

Uns lindern ihre Leiden,

Die Hungernden bei Tische sehn,

Die Frierenden bekleiden!

Dann wird für Reich und Arm zumal

Dies grabdurchfurchte Jammertal

Zur Quelle reiner Freuden.

 

Drei himmlische Schreine.

Drei heilige Räume

Unter himmlischen Sonnen

Stehen hienieden:

Eine Wiege voll Träume,

Ein Bett voll Wonnen,

Ein Sarg voll Frieden.

 

Letzter Wunsch.

Was wäre wohl mein letzter Wunsch,

Wenn ich dereinst zur Grube fahr'?

Auf lichter, kühler Bergeshöh'

Eine traute, einsam stille Bahr'.

Auf jener Höh', wo ich als Kind Gehört den ersten Lerchenschlag,