Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 4 von 139

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Mein Lied

Heimat

Das Mutterherz.

*[A]

Willst du auf die Erde,

Sprach der Herr zu mir,

Brauchst du Liebe,

Die dich schützet,

Brauchst du Treue,

Die dich nicht verläßt.

Doch du wirst auf Erden

Finden nicht so bald

Lieb' und Treue

Echt und heilig;

Darum geb' ich dir

Von m e i n e r mit.

Und ich will sie legen,

Liebes Menschenkind,

Daß du findest

In der Trübsal

Diese Gaben,

In das Mutterherz!

[A] Die mit * bezeichneten Gedichte stammen aus früher Jugendzeit des Verfassers.

 

Mein Vaterhaus.

Mein Vaterhaus ist alt und arm,

Mein Vaterhaus ist klein,

Und schließt doch meine ganze Welt

Und meinen Himmel ein.

Mir brennt ins Herz die Zähre, die

Vom Mutterauge rinnt,

Denn fort von heim, weit in die Welt Zieht hin ihr liebstes Kind.

Der Platz ist leer am kleinen Tisch,

Der Sohn ist in der Fern',

Ihr Tischgebet gilt sein, und sie

Empfiehlt ihn Gott dem Herrn.

Dort draußen, wo die Sünde lockt,

Und viel Gefahren drohn!

Sie kann nichts tun als weinen still

Und beten für den Sohn.

O nein, ich will mich nicht der Welt

Und ihren Lüsten weihn;

Das Vaterhaus, das Mutterherz

Soll mir der Himmel sein.