Mein Lied
Die Harfe.
Und — eh das Jahr von hinnen zieht
Ist schon verstummt des Sängers Lied.
Was man verstand und nicht empfand,
Das klingt nur einmal durch das Land.
— Ewig rauschen die Wasser.
Die Harfe.
Unser Herz ist eine Harfe,
Eine Harfe mit zwei Saiten.
In der einen jauchzt die Freude,
Und der Schmerz weint in der zweiten.
Und des Schicksals Finger spielen
Kundig drauf die ewigen Klänge,
Heute frohe Hochzeitslieder,
Morgen dumpfe Grabgesänge.
Die Hand an meiner Rechten.
*
Die Hand an meiner rechten Seiten
Ist lobenswert zu jeder Stunde,
Sie holt das Brot aus allen Weiten
Und führt es zärtlich mir zum Munde.
Und ballt die Linke, Unerzogne,
Sich hinterm Rock, wenn Gäste nahen,
So weiß die Rechte, Wohlgepflogne,
Mit edlem Anstand zu empfahen.
Und nahen schlechtgesinnte Mächte,
So greift sie rührig zu den Waffen,
Und weiß mit ritterlichem Rechte
Mir Schutz und Frieden zu verschaffen.