Mein Lied
Gruß aus Italien an die Heimat.
Du treues Haus auf stiller Bergeshöh',
Von weichem Mondessilber mild umgossen,
Wie grüß' ich dich aus fernem welschem Land,
Wo nirgends deine Tannenwälder sprossen.
Wo nie ein Wort der heiligen Sprache klingt,
Die du zum deutschen Erbe mir gegeben,
Und wo man leicht im tollen Fastnachtstanz
Verschachert und verjohlt sein heißes Leben.
Ein Land, so schön und reich und hochberühmt, Bewohnt von frohem Volk in Bettlerlappen,
Das auf den Trümmern seiner großen Zeit
Sich kindisch freut an bunten Narrenkappen.
Ein Land, ein Märchengarten auf dem Meer,
Ein Eden, das sonst nichts mit dir gemein,
Du Heimatsmatte auf der Bergeshöh',
Als Gotteshimmel mit dem Sonnenschein.
Vergib mir, o Süden!
Vergib mir, o Süden!
Ich kann dich nicht lieben,
Ich muß dich meiden,
Meine Wünsche, meine Freuden
Stehn auf dunklem Grund geschrieben.
Meine blassen Taten
Leuchten nur in nordischem Schatten.
In Sturmessausen
Und Wälderbrausen,
In Schnee und Eiseskern,
In düsteren Nebeln
Glänzt mein Stern.
Du, o Süden,
Mit deines Lichtes Grelle, Versengst mir die Seele.