Mein Lied
Die Sehnsucht.
Ach, mir graut vor dem Gemeinen,
Das mich stets durch neue Peinen
Und durch alte Sünden schleift.
Heimweh, Heimweh nach dem Reinen,
Nach den kühlen Friedenshainen,
Wo die Seele göttlich reift.
Ach, wo soll sie göttlich reifen!
Nur im Schwalle wüster Träufen
Lernst du das Gemeine fliehn.
Nur mit Kämpfen kannst du siegen,
Und im Fallen lernst du fliegen
Zu den seligen Göttern hin.
Die Sehnsucht.
Die Berge je höher,
Dem Himmel je näher,
Dem Herzen je weher,
Weil's nicht kann hinein;
Weil es an die schwere,
Die träge Matere
Wie an die Galeere
Geschmiedet muß sein.
Was löst unter Peinen
Uns los vom Gemeinen?
Die Sehnsucht nach Reinen,
Die Sehnsucht allein.
Steigende Bahn.
Um aus der Wirrnis die Völker zu retten
Hellet oft plötzlich der Blitz des Propheten
Künftigen Helden die steigende Bahn.
Was noch die Väter säumig beraten, Steigt in der Söhne mutigen Taten