Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 53 von 139

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Mein Lied

Ewiges Lied.

Die Hämmer und all die Geräte,

Auf daß er Werkzeug hätte.

Der dritte war ein munterer Knab'

Mit Sängerkehl' und Wanderstab,

Nach Vaterswill' dem verbliebe

Sein Menschenherz voll Liebe. —

Und als vorbei der Jahre zehn,

Da hat man schon das Ziel gesehn.

Der eine sorgte Tag und Nacht,

Bis endlich er's zu Geld gebracht;

Der andre sorgte Stund' um Stund',

Daß nur sein Haufen Geld nicht schwund;

Der dritte zog von Sorgen frei

Mit Sang an Not und Geld vorbei,

Und schöpft' mit Wonne, teilt mit Lust

Die Lieb' aus seiner Dichterbrust,

Und streut' ohn End' von Haus zu Haus

Die Gab' an Arm' und Reiche aus. —

Ein Becher, füllt ihn Gott mit Wein,

Wird ewig unerschöpflich sein.

 

Ewiges Lied.

Im tiefen, dunkeln Felsental,

Da rauscht ein ewiger Wasserfall.

Ein Wandrer horcht der Melodei,

Es wird ihm wohl und weh dabei,

Und kann doch nichts verstehen.

Er macht ein feines Sinngedicht,

Das klar die schönsten Worte spricht.

Doch sieh, ob dieser Poesei

Wird keinem wohl und weh dabei,

Und kann es doch verstehen.