Mein Lied

Peter Rosegger · Kapitel 127 von 139

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Mein Lied

Nachhall.

1899.

In deiner schönen Heimatstadt

Da blieb ich über Nacht,

Und als das Mühlrad rauschend ging,

Und als mich milder Traum umfing,

Da hab' ich deiner gedacht.

In deiner schönen Heimatstadt

Da gab es einst fröhliche Zeit,

Die Jugend hat uns angelacht,

Die erste Liebe war erwacht,

O selige Tage — wie weit!

In deiner schönen Heimatstadt

Es ewigen Frühling gibt,

Und was, o Freund, einst unser war,

Genießt heut eine junge Schar

Und lebt und lacht und liebt.

Zum 28. August 1900.

Du dünkst dich alt, so klagst du mir,

Und ist doch so viele Jugend in dir.

Das Klagen, das magst du sparen!

Eine vierzigjährige junge Frau,

Die gibt — ich rechne ganz genau —

Zwei Mädchen von zwanzig Jahren.

Auf die Einladung

zu einer Kirchenbaufeier auf dem »Ölberg« in M. (1900.)

Am Ölberg sein, um Blut zu schwitzen,

Da blieb' ich allwegs lieber fern,

Doch in Bethanien Festwein blitzen

Am Ostertag, das tät ich gern.

Indessen, wollen wir nicht warten, Eh' aus dem Hals der Stoppel springt,